Sardinien

Wein aus Sardinien Sardinien

Una vacanza indimenticabile heißt es bei jenen, die schon einmal Urlaub auf Sardinien gemacht haben. Ja, Sardinien ist einzigartig zwischen weitläufigen Stränden und der ausgedehnten Bergregion. So abwechslungsreich wie die Insel ist auch der Wein zwischen Cannonau, Monica und Vermentino.
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Sardinien – zeitlos und gelassen

Der Weinbau der Mittelmeerinsel Sardinien ist ziemlich einzigartig. Denn im Gegensatz zum Festland haben die Insulaner die Reben vor allem aus Frankreich und Spanien übernommen. Im besonderen Klima der Insel fühlen sich vor allem Cannonau, Carignano und der weiße Vermentino wohl. Den findet man sonst vor allem in der Provence und dem Languedoc, wo er auch Rolle genannt wird. Cannonau ist der unbestrittene Star der Insel. Den haben die Spanier einst mitgebracht, und dort heißt die Sorte Garnacha. 

Gute, markante und handfeste Inselweine
Neben den drei bekannten Sorten findet man eine andere immer häufiger. Die rote Sorte heißt Monica de Sardegna, und mit ihr geht man torna alle radici, also zurück zu den Wurzeln. Denn die Sorte gibt es schon seit Urzeiten auf der Insel. Und nur da. Die nach Sizilien zweitgrößte Mittelmeerinsel verfügt mit rund 25.000 Hektar über einen vergleichsweise kleinen Weinbau. Das liegt auch daran, dass weite Teile der Insel sehr gebirgig sind. Für die Touristen ist das sehr abwechslungsreich, für Weinbauern zu anstrengend, um dort Wurzeln zu schlagen. Die Sarden sind ausgesprochen gelassene und unabhängige Menschen, die nie irgendwo weit vorne mitmischen wollten. So ist es auch beim Weinbau. Auf Sardegna werden einfache, gute und markante Inselweine gemacht. Und die finden immer mehr Liebhaber.

Herkunftsbezeichnungen auf Sardinien


Cannonau di Sardegna DOC – Sardiniens Aushängeschild  


Auf der zweitgrößten Insel des Mittelmeeres, auf Sardinien, wächst eine Rebsorte, welche die Einheimischen schon lange Cannonau nennen. Viel bekannter ist die Sorte als Grenache oder Garnacha. Auf Sardinien entstehen aus dieser Sorte saftige und würzige Weine.  


Rund zwei Drittel der gesamten Rebfläche Sardiniens ist mit roten Rebsorten bestockt. Rund 15 % davon fallen unter die Appellation Cannonau di Sardegna. Bei dieser Appellation ist der Name der Rebsorte gleich dem des Anbaugebietes. Wie überall sonst müssen mindestens 85 % des Weines dieser Rebsorte entsprechen, die auf dem Festland unter dem Namen Garnacha tinta oder Grenache bekannt ist. Die Appellation ist über die gesamte Insel verteilt und erbringt fruchtige, saftige und würzige Rotweine, Rosés und in kleiner Anzahl auch Novelli sowie Süßweine, und zwar Liquoroso und Passito. Die höchste Qualitätsstufe ist der Cannonau di Sardegna Classico, in dem nicht nur 90 % dieser Rebsorte enthalten sein müssen, sondern der auch mindestens zwei Jahre im Keller reifen musste – davon ein Jahr im Fass. Die bekanntesten Zonen, in denen der Cannonau wächst, sind Capo Ferrato, Jerzu, Oliena bzw. Nepente di Oliena. Der Classico entsteht ausschließlich in den Zonen Nuoro und Ogliastra. Dort zeigt sich der Cannonau orangefarben bis rubinrot mit Kraft, weichem Tannin, spürbarem Alkohol und ebenso prägnanter Säure sowie einer Frucht von Kirschen, Pflaumen und meist auch mit einem Hauch Moschus. 



Carignano del Sulcis DOC – Carignan, ein seltener Gast  


Der Carignano ist ein seltener Gast in Italien. Auf Sardinien wird die Rebsorte, die in Spanien Cariñena oder Mazuelo heißt, auf 310 Hektar angebaut. Es entstehen dunkle tannin- und säurereiche würzige Weine mit starkem Charakter. Der Carignan, wie er in Südfrankreich heißt, ist eine der am häufigsten angebauten Sorten weltweit. Das bekommt man kaum mit; denn die dunkle, tannin- und säurebetonte würzige Rebsorte wird meist in Cuvées mit Syrah, Grenache, Cinsault und Mourvèdre eingesetzt. Erst vor einigen Jahren entdeckten engagierte Winzer in Südfrankreich und Spanien die Qualität der sortenreinen Carignans, vor allem wenn sie von alten Reben stammen.  


Der Carignano, der auf gerade einmal 310 Hektar in der historischen Region Parco del Sulcis in den Provinzen Carbonia-Iglesias und Cagliari wächst, wird auf Sardinien schon lange reinsortig ausgebaut. Die Winzer der Region vinifizieren die Rebsorte als jugendlichen Novello, als Rosso, Superiore oder Riserva sowie als süßen Passito. Je nach Ausbau kann der Carignano rau und rustikal sein, aber auch samtig, voluminös und von beeindruckender Komplexität. Dabei behält die Rebsorte auf Sardinien wie auch anderswo im Süden immer ihren bodenständigen Charakter. 



Vermentino di Sardegna DOC – der weiße Wein Sardiniens 


Bianco und Spumante vom Vermentino di Sardegna sorgen nicht nur auf der Insel selbst für Urlaubsgefühle und gute Stimmung. Die Weine werden auch anderswo für ihre kräftige Struktur und die gleichzeitig lebendige Säure geschätzt.  


Vermentino, jene Sorte, die wahrscheinlich vom italienischen Festland stammt und sich schon vor langer Zeit im Mittelmeerraum verbreitet hat, sorgt auch auf Sardinien für Lebensfreude. Die Sorte wird auf rund 1.000 Hektar als Vermentino di Sardegna angebaut, und zwar als Bianco wie auch als Spumante mit zero Dosage über brut bis demisec. Eine besondere Spezialität ist der Vermentino di Gallura, der ausschließlich auf kalkigen Böden und nahe am Meer zwischen den Orten Olbia und Sassari wächst. Während der Vermentino di Sardegna seit 1988 DOC-Status besitzt, ist der Vermentino di Gallura erst 1996 zur DOCG aufgestiegen. 



Isola dei Nuraghi IGT – die ganze Weinvielfalt Sardiniens 


Neben den bekannten Appellationen wie Cannonau oder Vermentino di Sardegna gibt es auf Sardinien eine Landweinappellation mit all jenen Stilen und Rebsorten, die nicht in die üblichen Raster passen. Dort entstehen oft Charakterweine, die man auf Sardinien gar nicht erwartet hätte. 


Bekannt ist Sardinien für Vermentino und Garnacha, Carignan und Moscato. Doch wer hätte auf der Insel Arneis, Cortese, Riesling oder Sylvaner vermutet? Auch rote Sorten wie Barbera, Canaiolo, Nebbiolo oder Teroldego sind eher Überraschungen. Man findet diese Sorten auf rund 400 Hektar und in manch bemerkenswerter Cuvée experimentierfreudiger Winzer. Unter die Landweine fallen aber natürlich genauso die einfachen Inselweine, die einem das Gefühl von Urlaub direkt nach Hause bringen. Unter dem Namen Isola dei Nuraghi sammeln sich weiße, roséfarbene und rote Cuvées, reinsortige Weine ebenso wie Novello, Spumante und süße Weine in Form von Passito oder Uve Stramature.