Schaumwein

Vini Spumanti Schaumwein

Norditalien ist Schaumweinland. Ob Friaul oder Veneto, Alto Adige oder Piemont. Überall gibt es die Prickler. Und zwar von semplice bis elegante. Das fängt beim Prosecco an. Aber wir haben da noch viel mehr. Edlen Spumante aus dem Trento, natürlich Franciacorta, Lambrusco und jede Menge Frizzante.

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Schaumwein aus Italien

Als wir vor Kurzem mal wieder ein paar Schaumweine im kleinen Kreis geöffnet haben, stach einer besonders hervor. Sofort redeten alle von Champagner. Doch der Schaumwein kam nicht aus der Champagne, sondern aus Franciacorta. Und Franciacorta liegt nun mal in der Lombardei. Was wollen wir damit sagen? Wir müssen den Franzosen gar keine Konkurrenz machen. Wir sind viel mehr stolz auf unsere eigenen Schaumweine. Und es gibt eine Menge. In Franciacorta und im Trento finden Sie sicher die besten – und auch die teuersten. Doch das ist längst nicht alles. Denn wie beim Weiß- und Rotwein gibt es auch bei den Perlern und Schäumern eine riesige Bandbreite. Am beliebtesten sind natürlich Prosecco und Frizzante aus dem Veneto. Doch im Norden gibt es noch mehr. Die Weine aus Oltrepo Pavese zum Beispiel. Und natürlich den Lambrusco. Der hat sich – Sie erinnern sich? – in den 1970ern den Ruf so gründlich ruiniert, dass es lange gebraucht hat, bis man ihm wieder Vertrauen schenkte. Aber lesen Sie selbst, was wir dazu zu sagen haben …


Prosecco

Wussten Sie, dass der Prosecco der beliebteste Schaumwein in Deutschland ist? Das ist für uns nicht überraschend; denn kaum ein anderer Wein mit Perlen ist so frisch, unkompliziert, fruchtig und bei solch einer Qualität so günstig. Aber der Name Prosecco steht nur für das Gebiet, in dem er erzeugt wurde. Was in der Flasche ist, kann ganz unterschiedlich sein. 

Die besten Prosecchi stammen aus den kleinen Gebieten um Valdobbiadene, Conegliano und Asolo. Wenn es dann noch den Zusatz Rive gibt, dann stammt der Wein sogar aus einer einzelnen Lage. Viel seltener ist die Bezeichnung Colfondo. Als Colfondo gärt der Wein zunächst im Fass und später weiter in der Flasche. Der Wein bleibt dank der Hefe ein wenig trüb. Das ist die wohl älteste Art, Schaumweine zu erzeugen. 

Übrigens, früher hießen beim Prosecco das Anbaugebiet und die Rebsorte gleich. Weil viele Erzeuger aus anderen Gebieten irgendwann begonnen haben, ebenfalls die Rebsorte Prosecco anzubauen und so zu tun, als würden sie Prosecco produzieren, hat man den Namen der Rebsorte geändert. Die Rebsorte heißt jetzt Glera (so hieß sie früher schon einmal) und das Anbaugebiet heißt Prosecco. So kommt es nicht mehr zu Verwechselungen.


Spumante

Übersetzt heißt spumante »schäumend«. Und so wie der Sekt in Deutschland grenzt der Spumante sich damit vom Frizzante ab, dem Perlwein. Der Spumante hat viel mehr Druck in der Flasche. Den bekommt er, indem Kohlendioxid in einen Tank voller Wein gepumpt wird. Oder eleganter, mit der zweiten Gärung. Da wird der Wein in Flaschen gefüllt, noch etwas Hefe und Zucker werden zugegeben, und der Wein gärt ein zweites Mal und entwickelt die feinen Bläschen. 

Diese viel aufwendigere Form nennt man metodo classico, und sie wird bei den großen italienischen Schaumweinen angewandt. Die entstehen vor allem bei Ferrari im Trento DOC und außerdem am Lago d’Iseo in der Region Franciacorta. Dort ist die Heimat der italienischen Schaumweingiganten, die es längst mit den berühmten Häusern der Champagne aufgenommen haben. Und wie die Franzosen beherrschen sie eine ebenso große Vielzahl unterschiedlicher Stile. Von ganz trocken, also dosaggio zero, über Extra brut und Brut bis hin zum fruchtigen Satèn. Doch der Norden Italiens ist nicht das einzige Gebiet, in dem heute sehr guter Spumante entsteht. Haben Sie beispielsweise einmal einen Dubl Falanghina vom berühmten kampanischen Weingut Feudi di San Gregorio probiert? Nein? Dann sollten Sie dies bei Gelegenheit einmal nachholen.


Lambrusco

Wie heißt es hier in Deutschland so schön? Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Das aber wollten die guten Lambrusco-Winzer nicht auf sich sitzen lassen. Sie haben stattdessen vor einigen Jahren den Lambrusco per così dire neu erfunden. Man hat den Weinen nämlich nachgesagt, sie seien nur für Kopfschmerzen gut. Das war auch vielleicht mal in den 1970ern der Fall. Aber damals galt das auch für deutsche Spätlesen und elsässische Edelzwicker. Und überall hat sich das längst geändert. Heute sind die Winzer des Lambrusco wieder erfolgreich mit ihren Weinen. Und die meisten ihrer Weine sind auch nicht so süß, wie man es ihnen nachsagt. Die meisten Lambrusci sind knalltrocken. Und findet man sie auf den besten Weinkarten Italiens. Zum Beispiel in der Osteria Francescana. Das Restaurant von Massimo Bottura gehört zu den am meisten ausgezeichneten der Welt. Und bei ihm findet man jede Menge Lambrusco. Doch dieser alte, traditionelle Landwein der Emilia-Romagna ist eigentlich gar kein Wein nur für die Spitzenküche. Denn vor allem zu Ragù oder Pizza passt er fenomenale